Causa AfD Prostituierte Iris Dworeck-Danielowski aus Köln

Die Heilpraktikerin der AfD

zuerst erschienen beim Recherchebüro Correctiv.org,

Autor .

Die Rechtspopulisten nominieren in NRW eine einzige Frau auf den ersten Listenplätzen. Und gerade diese Kandidatin ist sehr speziell.

Die AfD-Politikerin Iris Dworeck-Danielowski aus Köln ist die bisher einzige Frau, die es bei der Wahlversammlung der AfD auf einen Listenplatz geschafft hat. Sie kommt von ganz links. Die Kölner Heilpraktikerin begann ihre politische Karriere in der PDS.

Die AfD steht für ein klassisches Familienbild. Bei der Nominierung der ersten zehn Kandidaten für den NRW-Landtagswahlkampf vergangene Woche blieb sich die Partei treu. Nur eine Frau hat es bisher auf die Liste geschafft. Iris Dworeck-Danielowski aus Köln konnte am letzten Sonntag in Soest den zehnten Platz ergattern. Am kommenden Samstag, 10. September, wird die Kandidatensuche in Werl fortgesetzt. Die ersten 30 Plätze gelten als aussichtsreich, um in den Landtag einzuziehen, wenn die AfD etwa 15 Prozent der Stimmen erreicht.

Die Nominierung der Kandidaten für diese Plätze verläuft zäh. Es geht um viel Geld. Ein Landtags-Abgeordneter bekommt im Jahr knapp 120.000 Euro brutto, und dazu kommen noch rund 48.000 Euro für Mitarbeiter. In der gesamten Wahlperiode kommt ein Abgeordneter so auf weit über 500.000 Euro an privaten Einnahmen.

Die Aussicht auf diese Fleischtöpfe macht die 400 AfD-Delegierten auf der Wahlversammlung in NRW unberechenbar. Selbst der bundesweit bekannte NRW-Sprecher Marcus Pretzell schrammte letzten Samstag für die Spitzenkandidatur an einer Niederlage vorbei und erhielt gegen einen blassen Gegenkandidat nur knapp über 50 Prozent.

Die 38jährige Dworeck-Danielowski hat es aber nun geschafft. Sie ist auf einem aussichtsreichen zehnten Platz der Landesliste und kann damit rechnen, im kommenden Jahr in den Landtag einzuziehen.

Von der PDS zur AfD

Dworeck-Danielowski vertritt in einer internen Kandidatenvorstellung ein rückwärts gewandtes Familienbild. Sie sagt, sie sei gegen „Quoten“. Für die AfD sei sie „sofort Feuer und Flamme“ gewesen. Diese sei „endlich eine Partei, die sich gegen die Gleichstellungspolitik und für echte Gleichberechtigung einsetzt.“  Die parteiinterne Kandidatenvorstellung liegt correctiv.org vor.

Der politische Hintergrund der Heilpraktikerin und „Fachfrau für Versicherungen“ ist schillernd. Sie kommt von ganz links. Von 1994 an war sie nach eigenen Angaben zwei Jahr lang Mitglied bei der PDS. So hieß die Linkspartei damals im Westen. Im Kommunalwahlkampf 2014 entschied sie sich dann für die AfD.

Die verheiratete Frau und Mutter zweier Kinder ist überzeugt, dass die AfD „sich für Familienförderung, besonders kinderreicher Familien“ einsetzt. Mit dem Parteiprogramm ist diese Aussage nicht wirklich in Übereinstimmung zu bringen – zumindest dann, wenn beide Elternteile berufstätig sind. Im Programm wettert die AfD gegen Krippenbetreuung. Es heißt dort: Die „AfD fordert daher, dass bei unter Dreijährigen eine Betreuung, die Bindung ermöglicht, im Vordergrund steht. Die Krippenbetreuung darf nicht einseitig staatlich bevorzugt werden.“

Zu ihren Stärken zählt Dworeck-Danielowski ihr „sprachliches Geschick” und ihre „Kommunikationsstärke“. Sie schreibt: „Die Parlamente sind voll von Frauen, die durch Quoten ihre Mandate erlangt haben und die lediglich am Kuchen der männlichen Macht beteiligt werden wollen.“ Das Land brauche stattdessen Frauen, die das Mutterbild mit Hingabe repräsentieren.

Kommunikatorin schweigt

Dworeck-Danielowski schreibt, sie habe „die Fähigkeit, mit Charme und Intellekt Menschen für meine Interessen bzw. die Interessen meines Arbeitgebers oder die Interessen unserer Partei zu gewinnen“. Nach eigenen Angaben ist Dworeck-Danielowski seit zehn Jahren für einen Versicherungskonzern im Direktvertrieb tätig.

Im AfD-Bezirk Köln ist Dworeck-Danielowski bisher stellvertretende Vorsitzende, zuvor war sie dort als Pressesprecherin tätig.

Mit der Presse reden mag sie aber offenbar nicht. Correctiv.org hat vergeblich versucht, die Landtagskandidatin zu erreichen. Auf der Webseite des Kreisverbandes Köln steht keine Telefonnummer. Auf Emails haben weder Dworeck-Danielowski noch der Vorstand des Bezirks Köln reagiert. Und auch die Pressesprecherin der AfD in NRW, Renate Zillessen, wollte auf Nachfrage keine Telefonnummer nennen und verwies stattdessen auf die Emailadresse, über die bislang keine Reaktion kam.

Warum ich über AfD-Spitzenfrau Iris Dworeck-Danielowski geschrieben habe

Autor: 

Wir haben über das Geheimnis der AfD-Spitzenfrau Iris Dworeck-Danielowski geschrieben. Hier erkläre ich nochmal, warum.

In den vergangenen Stunden haben uns viele Leute dafür kritisiert, dass ich über die Vergangenheit der AfD-Spitzenfrau Iris Dworeck-Danielowski als Teilzeit-Prostituierte geschrieben habe. Die meiste Kritik bezog sich auf den Umstand, dass Sex eine Privatsache ist und nicht in die öffentliche Arena gehört. Auch Sexarbeit ist nichts böses.

Wir nehmen Kritik ernst. Schließlich machen auch wir Fehler und freuen uns, wenn Menschen sich kritisch mit unserer Arbeit auseinandersetzen. Dass wir den Artikel auf Social Media zunächst als „Sexskandal“ bezeichnet haben, war missverständlich. Das hätte ich besser machen können. Wenn das Wort jemanden stört, möchte ich mich dafür entschuldigen.

Dennoch bin ich überzeugt, dass es richtig war, über die Lücken in der offiziellen Biografie der AfD-Kandidatin Iris Dworeck-Danielowski zu berichten. Ich will die Gründe hier zusammenfassen und erklären, warum das Ganze für mich, für uns relevant ist und wo der Skandal liegt.

Mir geht es nicht darum, eine Frau zu kritisieren, weil sie als Prostituierte gearbeitet hat. Das ist ein Job, den Leute ergreifen können oder nicht. An dem Job ist nichts Illegales oder Verwerfliches. Es geht auch nicht um die sexuellen Vorlieben der AfD-Kandidatin. Die gehen uns nichts an.

Geheimnisse machen erpressbar

Es geht darum, dass Iris Dworeck-Danielowski als erste Frau auf der Liste für den Landtag NRW kandidiert. Sie ist nicht irgendwer. Sie ist eine der Spitzenfrauen der Rechtspopulisten. Sie schickt sich an, die Geschicke des größten Bundeslandes mitzubestimmen. Und zwar für eine Partei, die ein Frauenbild aus den 50er Jahren durchsetzen will. Sie steht damit für eine Partei, die sich gegen Gleichberechtigung und gegen die Emanzipation auch von Sexarbeiterinnen einsetzt.

Sie sagt wörtlich: Die AfD sei „endlich eine Partei, die sich gegen die Gleichstellungspolitik und für echte Gleichberechtigung einsetzt.“

In unseren Recherchen haben wir nachgewiesen, dass die AfD eine Partei ist, die in ihrem Programm ein völkisches Familienbild als staatlichen Erziehungsauftrag durchsetzen will.

Aber selbst das alles wäre noch kein Skandal, wenn Iris Dworeck-Danielowski bei der Kandidatenkür für die AfD-Liste für den Landtag offen über ihre Sexarbeit gesprochen hätte. Wenn sie erklärt hätte, dass sie als Teilzeit-Prostituierte Geld verdient hat. Sie hat das Gegenteil getan. Sie hat genau diese Tätigkeit verschwiegen. Sie hat gesagt, sie habe eine Ausbildung als Heilpraktikerin und habe gut zehn Jahren lang für einen Versicherungskonzern im Direktvertrieb gearbeitet.

Wenn sie die Wahrheit über ihre Tätigkeit erzählt hätte, wäre sie vermutlich kaum auf den besten Frauenplatz der AfD-Landesliste in Nordrhein-Westfalen gewählt worden. Zuletzt hatte die AfD in Mecklenburg-Vorpommern eine Kandidatin von ihrer Landtagsliste gestrichen, weil sie verheimlicht hatte, junge Frauen aus Norddeutschland für den Escort-Service „Beauty Escort 4You – German Beautys“ angeworben zu haben.

Iris Dworeck-Danielowski hat einen wesentlichen Teil ihrer Biografie verschwiegen. Sie hat damit ihre Chancen erhöht, auf einen aussichtsreichen Listenplatz bei der Landtagswahl zu kommen. Genau dieser Punkt rechtfertigt eine Veröffentlichung.

Jeder Kandidat, der ein solches Geheimnis hat, macht sich erpressbar in einer Partei, die für ein Weltbild steht, das sich gegen Gleichberechtigung und gegen Emanzipation wendet. Parteiinterne Gegner können sie erpressen, aber auch Leute die nicht zur AfD gehören. Kriminelle oder Geheimdienste. Nahezu jeder.

Der Skandal ist also nicht, dass eine AfD-Kandidatin als Prostituierte gearbeitet hat. Der Skandal ist, dass sie dies vor ihrer Partei vor der Wahl der Landtagskandidaten verschwiegen hat.

Unserer Ansicht nach muss es ein Kandidat oder eine Kandidatin, die sich um ein öffentliches Amt bewirbt, ertragen, dass man ihre biografischen Angaben überprüft und auf Lücken hinweist – gerade wenn das Geheimnis im Widerspruch zur Idee der eigenen Partei steht.

Das gilt für Kandidaten der AfD genau so wie für Kandidaten aller anderer Parteien.

AfD-Watch zum Thema:

Autor: Nobbie

Wie sehen wir diese Thematik

Aktuell sieht es so aus, dass Frau Dworeck schlicht gelogen hat, als sie sich für einen Listenplatz zu einem Mandat für die Landtagswahl bewarb. Sie bekam den Listenplatz 10, was sehr aussichtsreich erscheint. Am Ende ist es eine Manipulation der Wahl, weil sie mit Lügen diesen Platz ergaunerte.

Wenn wir uns nun die inhaltliche Politik der AfD anschauen, und diese mit den Tätigkeiten der Dame vergleichen, kommen wir zu dem Schluss, dass diese absolut nicht zusammen passen. Hier kann man wieder sehen, dass AfD Wasser predigt, aber Wein konsumiert! Frau Dworeck steht gegen fast alles, was AfD in ihrer Familienpolitik ausmacht.

Auch die Erklärung vom Correctiv Team ist nachvollziehbar. Wer so eine Vergangenheit hat, ist erpressbar.

Allerdings sind die Begründung des Gerichts nicht nachvollziehbar, welche die Verbreitung des einen Artikels des Correctiv Teams verboten hat. Es würde gegen die Privatsphäre von Frau Dworeck verstoßen. Dem ist aber nicht so. Es geht hier nicht um das Privatleben, sondern um das Berufsleben, welches dann relevant wird, wenn diese Frau im Parlament sitzt und über eine halbe Million Euro Steuergelder einkassiert!

Jetzt will ich mal auf die Dame selbst eingehen, welche ja auch ihre Erklärung dazu abgegeben hat. Alles erstunken und erlogen! Klar war das Profil, welches das Correctiv Team auswertete nicht mehr aktuell. Die Dame hat ja auch woanders inseriert, und da entnehme ich, dass sie noch immer aktiv ist. Es ist irrelevant, dass sie nun verheiratet ist. Wäre sie nicht mehr aktiv, hätte sie wohl die Profile gelöscht.

Warum berichten wir darüber

Nur weil es schlüpfrig wird, lassen wir so etwas nicht unter einen Tisch fallen. Uns interessiert nicht ihre sexuellen Vorlieben, und somit ist es uns auch egal. Der Beruf der Prostitution ist zwar kein normaler Beruf, welcher vom Jobcenter vermittelt wird, aber er ist auch meiner Ansicht nach ein Beruf aus der Mitte unserer Gesellschaft.

Wir werden immer alles über die AfD berichten, egal ob schlüpfrig oder ein Leak mit Daten. Moralapostel kann ich nur an ihre Verklemmtheit appellieren!

Weiter führende Quellen:

https://correctiv.org/blog/ruhr/artikel/2016/09/07/die-frau-der-afd-nrw/

https://correctiv.org/blog/ruhr/artikel/2017/05/03/warum-ich-ueber-iris-dworeck-danielowski-geschrieben-habe/

http://meedia.de/2017/05/03/wie-das-recherchebuero-correctiv-das-sexleben-einer-afd-politikerin-enthuellte-und-sich-damit-einen-shitstorm-einfing/

http://meedia.de/2017/05/11/der-angebliche-afd-sex-skandal-hat-fuer-correctiv-ein-juristisches-nachspiel-gericht-verbietet-verbreitung-des-artikels/

http://meedia.de/2017/05/12/afd-sex-skandal-bericht-auch-innerhalb-von-correctiv-umstritten-ethikrat-befasst-sich-mit-dem-fall/

http://crazyslip.net/BigBottomBlondy

http://huren-test-forum.lusthaus.cc/showthread.php?t=187451&styleid=97

 

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4 Gedanken zu “Causa AfD Prostituierte Iris Dworeck-Danielowski aus Köln

  1. Ich halte es für ziemlich verkommen, das Vorleben von Iris Dworeck-Danielowski in diskriminierender Absicht publik zu machen. Erpreßt werden könnte die Abgeordnete nur, wenn die Gesellschaft ganz oder überwiegend aus correctiv-GenossInnen bestünde. Davor bewahre uns der Himmel. Aber was ich fragen wollte: Sind Sie verkommen? Oder anders gefragt: Heiligt der Zweck für Sie die Mittel? Sie stünden da in einer ganz illustren Gesellschaft von linken Berühmt- bzw. Berüchtigtheiten.

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  2. Hi Nobbie,
    guter Artikel, aber erlaube mir einen kleinen HInweis zu den Bezügen der NRW Landtagsabgeordneten:
    Das Geld für Mitarbeiter wird nicht an die Abgeordneten ausgezahlt. Die Mitarbeiter werden der Landtagsverwaltung gemeldet und von dort bezahlt.
    Gruß
    Sam

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