Höcke ist nicht das Problem

Während alle Augen auf Herrn Höcke und seinen geplanten Rauswurf gerichtet sind, vergessen viele das nicht Höcke das Problem, sondern einfach nur ein Problem in der Partei ist.
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Während alle Augen auf Herrn Höcke und seinen geplanten Rauswurf gerichtet sind, vergessen viele das nicht Höcke das Problem, sondern einfach nur ein Problem in der Partei ist.

Eigentlich ist es sogar gut, dass es einen Höcke gibt. Höcke strahlt eben das aus, was die Partei im Innersten ist. Die Meisten fallen nur nicht so auf, entweder weil sie sich geschickter ausdrücken oder weil diese öffentlichen Fehltritte nicht in solch einer Masse aufkommen. Dies ändert aber nichts an ihrer Denkweise.

Wenn er jetzt tatsächlich ausgeschlossen werde würde, sehe es zwar nach einer „Säuberungsaktion“ aus, aber es wäre keine. Im Grunde verwendet man eine herkömmliche Füllung, ohne den Karies zu entfernen.

Eine klare Kante zu zeigen ist anscheinend nie das Ziel gewesen. So wie es ist, ist es auch viel besser für die Partei. Praktisch für jede Art Rechtspopulismus etwas dabei. Zumal sich die Meinungen von heute auf morgen ändern können.

Aufführen werden wir das hier jetzt mal an einem anderen Beispiel: Dubravko Mandic

SWR berichtete am 04.07.2016

Der AfD-Politiker hat jetzt eine engere Zusammenarbeit seiner Partei mit der „Identitären Bewegung“ (IB) gefordert. 

Weiter im Text heißt es;

Es ist nicht das erste Mal, dass Mandic mit Kontakten zur rechten Szene in der Öffentlichkeit auffällt. Mitte Juni nahm der Freiburger Rechtsanwalt zusammen mit einem weiteren Vorstandsmitglied der „Patriotischen Plattform“ in Wien an einer Demonstration der IB Österreich teil. Nach einem Bericht der „Badischen Zeitung“ soll Mandic auch bei einer Feier der Freiburger Burschenschaft „Saxo Silesia“ dabei gewesen sein, auf der man Nazi-Lieder gesungen und „Heil Hitler“ gerufen haben soll. 

In einem anderen Bericht der Frankfurter Allgemeine, veröffentlicht am 11.07.2016, distanziert sich die Junge Alternative, in der auch Herr Mandic Mitglied ist, von der Identitären.

Die Bundesvorsitzenden der AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“ (JA), Sven Tritschler und Markus Frohnmaier, haben sich am Sonntag von der fremdenfeindlichen und völkischen „Identitären Bewegung Deutschland“ (IBD) distanziert, die von Verfassungsschutzbehörden beobachtet wird. „Antragsteller, die sich in einer vom Verfassungsschutz beobachteten Organisation betätigen oder betätigt haben, werden von uns konsequent abgelehnt“, sagte Frohnmaier der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (F.A.Z.). Er schränkte ein, dass schon aufgenommene Mitglieder der IBD nicht rückwirkend ausgeschlossen werden könnten. Dies sei durch den „Grundsatz des Rückwirkungsverbots“ bedingt.

Herr Mandic sieht aber kein Problem darin, dass man mit der IB zusammenarbeiten möchte. Eine Sache ist ihm aber schon wichtig:

„Sowohl die AfD und vor allem die JA sind personell mit der IB verbunden. Dies folgt schlicht aufgrund ähnlicher politischer Zielsetzung.“ Um eine Beobachtung durch den Verfassungsschutz zu verhindern, forderte Mandic ein „Funktionärsverbot“ – „Vorstände der JA oder AfD sollten nicht gleichzeitig in führender Funktion bei der IB tätig sein. Dies ist unser Tribut an das System.“

Anmerkung: Diese Handlungsweise ist also nur wichtig, damit man nicht ins Auge vom Verfassungsschutz fällt.

Hier merkt man auch wieder wie uneinig sich die Parteimitglieder sind. Diese innerparteilichen Auseinandersetzungen findet man bereits die ganze Zeit, wenn man sich einfach mal damit beschäftigt.

Uneinigkeit? Nein nicht ganz. Herr Gauland von der Junge Alternative teilt H. Trischlers und Herrn Frohnmaiers Meinung.

So schreibt die Welt am 13.08.2017 einen Artikel, in dem geschildert wird, wie AfD-Politiker mit der Identitären anbandeln wollen und Gauland dagegen spricht:

Ich halte es nicht für sinnvoll und notwendig, mit der Identitären Bewegung zusammenzuarbeiten.“ 

Ein paar Menschen sind sich anscheinend doch einig. Oder auch nicht.

N-TV schrieb am 18.10.2016 einen Beitrag

Kritiker warfen der AfD immer wieder vor, keine klare Trennungslinie zum rechtsradikalen Spektrum zu ziehen. Auch deshalb hatte der Bundesvorstand der Partei, zu dem auch Gauland selbst als Stellvertreter zählt, eine Zusammenarbeit mit den Identitären klar ausgeschlossen. Der einstige Publizist nimmt die Vorgabe allerdings wörtlich – und will ein Verbot mit Spitzfindigkeiten umgehen. Der 75-Jährige sagte, er sehe „überhaupt nicht ein, warum wir mit der Identitären Bewegung zusammenarbeiten sollten, denn die können alle zu uns kommen„.

Hier ist wieder dieses Muster zu erkennen, welches man so oft sieht. Man versucht über die Presse die Öffentlichkeit zu beschwichtigen. Es sei alles nicht so schlimm und man distanziere sich doch, lässt sich aber selbstverständlich wieder eine Hintertür offen.

Und dann, wenn es rein gar nichts mehr zu leugnen gibt, kommt man dann doch mal mit einer Presseerklärung um die Ecke.

So konnte man dann auch am 30.01.2017 in der Zeit Online lesen

AfD-Abgeordneter bestätigt Zusammenarbeit mit Identitären Bewegung 

Der Vorsitzende der Jungen Alternative Berlin hat Kontakte zu der rechtsextremen Gruppierung eingeräumt. Überschneidungen seien „überhaupt nicht verwerflich“. 

Jetzt könnte man natürlich sagen: „Das machen andere Parteien doch ständig.“

Man fragt sich dann allerdings, warum die Alternative für Deutschland eine Alternative für Deutschland ist, wenn sie doch immer wieder wie andere Parteien agieren?

Sie haben weder wesentlich andere Ziele, noch andere Handlungsweisen.

Da könnte man auch weitaus erfahrenere Parteien wählen, welche nicht immer wieder Parteiprogramme klauen oder sich nicht auf Kosten der Steuerzahler, mit der Europakarte vom ZDF beschäftigen, während wir wirklich bedeutendere Probleme in Deutschland haben.

Quellen:

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