Die Leichenfledderer vom „European“

Oder warum „Bedenkenträger“ einfach mal die Finger stillhalten sollten!

Während ganz Frankreich von dem noch frischen Schock der entsetzlichen Terrorverbrechen gelähmt ist, lässt das Debattenmagazin „The European“ zwei skandalöse Artikel veröffentlichen. Das rotweingeschwängerte Gewäsch dieser selbsternannten Bedenkenträger kennt keine Pietät. Indem sie zu einem Zeitpunkt maximaler Grausamkeit die Mordopfer kritisieren, zeigen sie, dass sie von der offenen, emanzipierten Gesellschaft nichts halten. Diese furchtbare „Ja, aber“ – Apologetik des Terrorismus‘ hat die Wirkung einer direkten Ölzufuhr in die Hassflammen von islamistischen Ideologen und der AfD-Clique. Dann schaltet sich auch noch ein ehemaliger deutscher Spitzenpolitiker per Facebook in die European-Debatte mit ein. Mit diesem Wahnsinn muss endlich Schluss sein. Ein Kommentar von Florian Sailer.

Deniz Yücel hatte in seinem gestrigen Kommentar zu „Je suis Charlie Hebdo“ völlig Recht. In dem sehr lesenswerten Artikel erörtert er kurz, warum das kleine Wörtchen „Aber“ in diesem Zusammenhang so infam ist. Die Relativierung von Verbrechen schrankenloser Grausamkeit bedeutet immer auch, dass der Urheber selbiger seine unterschwellige Boshaftigkeit offenbart. Damit man aber die eigene moralische Verkommenheit nicht rechtfertigen muss, wird diese in eine vermeintliche Bedenkenträgerei unter der Überschrift „Aber“ umgedeutet. So geht Anti-Emanzipation auf deutsch. Dieser Rollback wird in erster Reihe auch von gewissen Propagandisten vollzogen. Wo kämen wir hin, wenn damit nicht unsere doppelten Lottchen von der Gehirnfaschings-Front, Jürgen Elsässer und Jürgen Todenhöfer, gemeint wären?! Eben.

„Diese beiden haben`s so richtig drauf“ , müssen sich Albert Wunsch [auch Satire muss nicht alles machen] und Meike Büttner [warum sind plötzlich alle Charlie Hebdo] , die auch unter Pseudonym fungiert, gedacht haben und schrieben einfach mal so drauf los. Daraufhin gab es in den Artikel – Kommentarspalten vom European selbst und auch auf dessen Facebook – Auftritt einen Shitstorm light. Richtig so, denn die Veröffentlichung dieses gelebten Schmierantentums war unerträglich! An dieser Stelle möchte ich die Leser dieses Watchblogs gerne direkt auf die beiden Artikel verweisen, sofern sie sie denn noch nicht gelesen haben.

Wer diese Schriften nun konsumiert hat, wird sich fragen, warum der Herausgeber des European, Alexander Görlach, überhaupt eine solche sein Geschäftsmodell schädigende Veröffentlichung zugelassen hat?! Ganz einfach: Ein Facebook-Anonymous führte mir gegenüber aus, quasi in der Tradition Charlie Hebdos zu stehen. Aber lest selbst, wie sich diese wandelnden Krokodilstränenfabriken sehen (übrigens: Die Mannschaft des European weigert sich nach wie vor, Redaktionskommentare auf Facebook {wie es sich eigentlich gehören würde} mit einem Klarnamenskürzel zu versehen. Bei einem Telefonat von heute sagte man mir gegenüber, dass man ja nicht ein so zahlreiches Personal wie bei der „WELT“ habe und sechs Angestellte ja viel weniger anonym seien als 30. Interessante Logik, wenn in der Realität zwar 6 x 0 immer noch 0 ist, also null Information, das jedoch schon irgendwie viel weniger anonym sein soll. Das andere Ende der Leitung von 16:43 Uhr bestand mir gegenüber jedoch ausdrücklich darauf, anonym bleiben zu wollen. Auch das ist ein skurriles Novum für ein angeblich doch so offenes „Debattenmagazin“ , wie der European eines zu sein vorgibt):

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Ich fasse es also zusammen: Zwei Journalisten fordern gegenüber Satirikern bei erneut noch nich getrocknetem Blut der Mordopfer die radikale Selbstzensur, wollen also die Meinungsfreiheit des linken Satireblatts „Charlie Hebdo“ rückwirkend eingeschränkt wissen, berufen sich aber beim üppigen Verschütten ihrer pietätlosen Häme mitsamt der Redaktion auf die Debattenfreiheit und wollen diese, in der Tradition Charlie Hebdos stehend, keinesfalls eingeschränkt sehen – ohne jemals den Anspruch oder gar die Kompetenzen eines Satireblatts gehabt zu haben. Diese Gegensatire zweier Irrgänger als „Debatte“ zu verkaufen, ist einfach krank. Nachdem sich jetzt also jeder auf die Debattenfreiheit und den Geist dieser in der Tat einzigartigen Pariser Wochenzeitschrift berufen kann und es diesbezüglich gar keine Grenzen gibt, erwarte ich für nächste Woche einen ausgedehnten Gastkommentar von den beiden Jürgens oder anderen Agitprop-Clowns. Dumm nur, dass die Zeichner von Charlie Hebdo für den Gesellschaftsblock der Zensoren und Aufhetzer immer nur eines übrig hatten: Kluge, witzige Verachtung.

Das Zeitungsteam überlebte erfolgreich jeden der gegen sie angestrengten Gerichtsprozesse eben dieser Zensoren und bezahlte am Ende dennoch mit dem eigenen Leben. Das konnte einer einfach nicht auf sich sitzen lassen. In einem vom European mittlerweile wieder gelöschten Kommentarexzess will der offenbar verwirrte Teenie-Liebhaber und gescheiterte Ex-Spitzenpolitiker Christian von Boetticher [WR-RechtStruz eines Hoffnungsträgers] nochmal ganz genau mitteilen, dass er immer Recht hat und dass Charlie Hebdo wahrscheinlich auch noch volksverhetzend war. Das nächste Mal werden wir von von Boetticher sicher erfahren, wie Mörder ganz legal die Volksverhetzer um die Ecke bringen können und Kumpel Chris auch diese Verfahren stets gewinnt. Gott in Frankreich, bewahre uns vor diesen CDU-Winkeladvokaten!

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In den kommenden Monaten werden wir alle noch unzählige weitere Beispiele aus vielen Richtungen erleben, welche aus der Ansammlung der Krokodilstränen irgendwann ein Meer werden lassen. Durch den damit verbundenen Ekel müssen wir durch und hoffentlich wird man in ein paar Jahren auf die Tage dieser Verbrechen zurückblicken können und feststellen, dass die terroristische Saat aus Hass und Wahn nicht aufgegangen ist.

Die Anschläge und Geiselnahmen im Bereich der Île-de-France forderten bis jetzt siebzehn Todesopfer und unzählige Verletzte & Traumatisierte. Mögen die Ermordeten in Frieden ruhen und die Versehrten eines Tages wieder genesen.

09.01.2015 – 23:00 Uhr.

Anmerkungen der Redaktion:

Nachdem unser Artikel „Es wird eine Explosion geben“ auch den Ökonom Heiner Flassbeck erreicht hat, teilte uns dieser gestern auf eine Email-Anfrage hin mit, dass er nächste Woche in seinem Blog einen ausführlichen Kommentar zu dem Thema Marine Le Pen, Frankreich, verschiedene Krisen und AfD veröffentlichen wird. Wir werden diesen Kommentar dann direkt bei uns im Blog und bei facebook veröffentlichen und bitten schon jetzt darum, dieses kommene und wichtige politische Thema zu beachten und sich rege an der Diskussion dazu zu beteiligen!

Update 12.01.2015:
der angekündigte Bericht von Heiner Flassbeck: http://www.flassbeck-economics.de/die-solidaritaet-die-frankreich-wirklich-braucht/

Auch wir empfinden den The European-Artikel als pietätlos und unverhältnismäßig. Zum einen wird da gesagt: Kurzform „Die waren ja selbst schuld“. Diese Aussage zeigt den fehlenden Anstand und Respekt von Albert Wunsch. Zum Anderen fordern im Umkehrschluss ‚Journalisten‘, dass man die Meinungsfreiheit (der Anderen) und die Pressefreiheit (der Anderen) einschränken sollte. Unliebsame Artikel dürfen ja nicht veröffentlicht werden, könnte ja Blasphemie dabei sein.

http://www.taz.de/Kommentar-Je-suis-Charlie-Hebdo/!152463/
https://www.facebook.com/ilker.deniz.yucel?fref=ts
http://de.wikipedia.org/wiki/Albert_Wunsch
http://www.theeuropean.de/albert-wunsch/9447-charlie-hebdo-auch-satire-muss-nicht-alles-machen
http://mutterseelenalleinerziehend.de/
http://mutterseelenalleinerziehend.de/impressum/
https://www.facebook.com/TheEuropean?fref=ts
http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_von_Boetticher#cite_note-14
http://wr-recht.de/boetticher.php
http://www.shz.de/schleswig-holstein/politik/von-boetticher-sturz-eines-hoffnungstraegers-id5404646.html

 

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